Tag 39: Pustoschka-Grenze LV/LT

Erfahrenes und Gefahrenes

Eigentlich wollten wir heute morgen noch sehen, wie der russische „Wilderer, Fallensteller und Fischräuber“ (seine eigene Bezeichnung) sein Netz einholt und seinen Fang begutachtet. Wahrscheinlich hat er uns doch nicht so richtig vertraut und seinen Fang später geborgen. Oder, was noch eher zutreffen könnte, er wollte einer Blamage entgehen.
Nach 60 Kilometern und einem letzten Tankstopp in Russland erreichen wir die lettische Grenze. Große Hoffnungen auf eine zügige Abfertigung haben wir uns vorsorglich gar nicht gemacht und konnten somit auch nicht enttäuscht werden. Und siehe da, nach „nur“ 4 Stunden sind wir durch. Die Zollkontrollen auf beiden Seiten waren eher oberflächlich. Allerdings müssen wir für 50 Liter Dieselkraftstoff, den wir über die zulässige Menge von 10 Litern in unseren Reservekanistern mitführen, 30,- Euro Zoll bezahlen. Für den Reservekraftstoff ist damit die Einsparung dahin. Die 380 Liter im Tank bleiben aber zollfrei. Wir packen wieder die Euros in die Reisekasse und verstauen die restlichen Rubel.
Auf dem Rückweg fahren wir teilweise auf der gleichen Route wie auf dem Hinweg, ersparen uns aber diesmal den riesigen Umweg auf der Umgehung von Daugavpils und fahren durch die Stadt. Beim Ignorieren der Sperrschilder für LKW sind wir nicht die Einzigen. Die einheimischen Trucker kennen die von vielen Baustellen unterbrochene und nicht enden wollende Umgehungsstraße.

Auf einem Hügel direkt neben einer alten Kirchenruine haben wir einen herrlichen Blick über die Seenlandschaft und schlagen unser „Nachtlager“ auf. Schade, dass es wieder kalt geworden ist.

P.S. An der Stelle, an der wir uns befinden, verlief 1916/1917 die russisch-deutsche Front. Auf dem alten Friedhof entdecken wir 11 deutsche Soldatengräber.

Technisches
  • 270l Diesel getankt
Tageskilometer: 246
Route