Karelien 2021

Finnland/Russland

30.08.2021: Es ist wieder so weit! Das Fernweh plagt uns und der URAL-4320 „scharrt mit den Hufen“. Diesmal wollen wir nicht nach Sibirien, sondern „nur“ nach Karelien. Russland hat es uns einfach angetan. Seine unendlichen Weiten, seine berauschende und großenteils unberührte Natur, die malerischen Dörfchen mit den verträumten Holzhäuschen und den gastfreundlichen Menschen ziehen uns magisch an. Auch unser URAL will mal wieder Heimatluft ansaugen ;-).

Wolfgang hat seit unserer letzten Reise fleißig weiter am URAL gewerkelt. Das Fahrerhaus hat eine schalldämmende und schicke Innenverkleidung erhalten. Auch die Motorhaube und die Trennwand zwischen Motorraum und Fahrerkabine wurden aufwendig isoliert. Alle an dieser Wand installierten Relais, elektrischen Bauteile, Druckluft- und Elektroleitungen mussten demontiert und auf Distanzstücken wieder angebaut werden. Die kupfernen Druckluftleitungen des Brems- und Hilfssystems wurden gegen moderne flexible Leitungen mit Schneidringverbindungen ausgetauscht. Seit dem hält die Druckluftanlage bei abgestelltem Fahrzeug über mehrere Tage den Druck. Für einen leichteren Durchstieg in den Wohnkoffer wurde der Handbremshebel gekürzt. Kraft- und Schmierstofffilter sind gewechselt. Wenn dann noch die Ausrüstung und die persönlichen Sachen verstaut sind, kann es losgehen.

Wir werden die Ostsee sowohl auf der Hin- wie auf der Rücktour zwischen Travemünde und Helsinki an Bord der „MS Finnmaid“ auf dem Seeweg überqueren. Nach Passieren der finnisch – russischen Grenze fahren wir über Vyborg, St. Petersburg an den Ladogasee. Über das genaue Routing um den See und einen eventuellen Abstecher an den Onegasee beraten wir erst vor Ort. Wie schon bei unserer ersten Reise werden wir auch diesmal im Reisetagebuch berichten. Am 7. Oktober starten wir in Bantikow!

Wolfgang und Gerhard


Gesamter Reiseverlauf (3.825 km ohne Fähre)


Eine Auswahl unserer Videos


Kurzes Fazit

Unsere Karelienreise ist nun ganz anders verlaufen, als wir sie geplant hatten. Den Lesern unserer Tagesberichte ist das ja nicht entgangen. Sehr gerne wären wir nach Russland gefahren, um das dortige Karelien zu erkunden. Die Gegend um den Ladoga- und den Onegasee hat uns sehr gelockt. Leider hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Nachhinein und in Kenntnis des aktuellen Infektionsgeschehens in Russland sind wir sogar ein bisschen froh, durch die strengen Einreisebestimmungen vor unnötigen gesundheitlichen Risiken bewahrt worden zu sein.
Die schöne Gegend im Norden Russlands bleibt somit zukünftigen Reiseplänen vorbehalten. Es wird eine Zeit nach CORONA geben!
Die Reise durch Finnland hatten wir für den Fall der Fälle bereits zuhause erwogen. Als „Notlösung“ haben wir diese Option weder vor der Reise, noch danach gesehen. Landschaftlich gibt es wahrscheinlich kaum Unterschiede zwischen dem russischen und finnischen Teil Kareliens. In Russland wären möglicherweise die Straßen in wenig besiedelten Gegenden nicht durchgängig von solcher perfekten Qualität gewesen wie in Finnland. Andererseits hätte es uns an den russischen Tankstellen angesichts des Dieselpreises nicht Tränen in die Augen getrieben, wie in Finnland. Ob wir in Russland so weit nach Norden vorgedrungen wären, ist auch fraglich. Wir können und wollen an dieser Stelle nicht unsere ganzen Erlebnisse, Empfindungen und Erfahrungen wiedergeben. Nur soviel: Finnland ist ein herrliches Land, mit freundlichen und sympathischen Menschen und einer bezaubernden Natur. Das Reisen auf finnischen Straßen ist sicher und entspannt. Für Naturfreunde, Wanderer, Wintersportler, Radfahrer, Angler – ein Eldorado! Auch unser URAL hat sich wieder von seiner besten Seite gezeigt. Er hat uns zuverlässig zu allen Zielen gebracht. Wir hatten es warm und behaglich, haben gut gekocht und gegessen, haben geschlafen wie in Abrahams Schoß, hatten Schnee und Schotter unter den Rädern und viel, viel Freude.
Bis auf einen streikenden Scheibenwischer und drei ausgefallenen Glühlampen gab es nichts zu reparieren. Bei den Finnen hat unser URAL großes Interesse gefunden. An jeder Tankstelle und bei Stopps an den Supermärkten waren wir von Schaulustigen umringt. Es wurden viele Fotos und Videos aufgenommen und es gab zahlreiche Fragen zu beantworten. Selbst von den „Verladern“ auf der Fähre, die nun wirklich jede Woche hunderte LKW abfertigen, wurden wir mit hochgestrecktem Daumen begrüßt.

Auf dieser Reise sind wir 3.825 km gefahren (und 2.316 km „geschwommen“).

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