Tag 17: Travemünde-Bantikow

Tagesbericht

Im strahlenden Sonnenschein fahren wir die letzten 200 km nachhause. Autoland Deutschland hat uns wieder. Es ist unglaublich, welche PKW-Karavanen an einem Sonnabendvormittag auf der Autobahn unterwegs sind. Mit Wehmut denken wir an die Gelassenheit auf den Straßen Finnlands und Norwegens zurück.
Noch eine Tasse heißen Kaffee und ein Croissant auf einem sonnigen Rastplatz und dann weiter. Zuhause werden wir von unseren Frauen, den Katzen und dem Hund freudig begrüßt. Eine dampfende Nudelsuppe (hatten wir uns gewünscht!) steht schon auf dem Tisch. Eine wunderschöne und spannende Reise ist zu Ende.

Kurzes Fazit

Unsere Karelienreise ist nun ganz anders verlaufen, als wir sie geplant hatten. Den Lesern unserer Tagesberichte ist das ja nicht entgangen. Sehr gerne wären wir nach Russland gefahren, um das dortige Karelien zu erkunden. Die Gegend um den Ladoga- und den Onegasee hat uns sehr gelockt. Leider hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Nachhinein und in Kenntnis des aktuellen Infektionsgeschehens in Russland sind wir sogar ein bisschen froh, durch die strengen Einreisebestimmungen vor unnötigen gesundheitlichen Risiken bewahrt worden zu sein.
Die schöne Gegend im Norden Russlands bleibt somit zukünftigen Reiseplänen vorbehalten. Es wird eine Zeit nach CORONA geben!
Die Reise durch Finnland hatten wir für den Fall der Fälle bereits zuhause erwogen. Als „Notlösung“ haben wir diese Option weder vor der Reise, noch danach gesehen. Landschaftlich gibt es wahrscheinlich kaum Unterschiede zwischen dem russischen und finnischen Teil Kareliens. In Russland wären möglicherweise die Straßen in wenig besiedelten Gegenden nicht durchgängig von solcher perfekten Qualität gewesen wie in Finnland. Andererseits hätte es uns an den russischen Tankstellen angesichts des Dieselpreises nicht Tränen in die Augen getrieben, wie in Finnland. Ob wir in Russland so weit nach Norden vorgedrungen wären, ist auch fraglich. Wir können und wollen an dieser Stelle nicht unsere ganzen Erlebnisse, Empfindungen und Erfahrungen wiedergeben. Nur soviel: Finnland ist ein herrliches Land, mit freundlichen und sympathischen Menschen und einer bezaubernden Natur. Das Reisen auf finnischen Straßen ist sicher und entspannt. Für Naturfreunde, Wanderer, Wintersportler, Radfahrer, Angler – ein Eldorado! Auch unser URAL hat sich wieder von seiner besten Seite gezeigt. Er hat uns zuverlässig zu allen Zielen gebracht. Wir hatten es warm und behaglich, haben gut gekocht und gegessen, haben geschlafen wie in Abrahams Schoß, hatten Schnee und Schotter unter den Rädern und viel, viel Freude.
Bis auf einen streikenden Scheibenwischer und drei ausgefallenen Glühlampen gab es nichts zu reparieren. Bei den Finnen hat unser URAL großes Interesse gefunden. An jeder Tankstelle und bei Stopps an den Supermärkten waren wir von Schaulustigen umringt. Es wurden viele Fotos und Videos aufgenommen und es gab zahlreiche Fragen zu beantworten. Selbst von den „Verladern“ auf der Fähre, die nun wirklich jede Woche hunderte LKW abfertigen, wurden wir mit hochgestrecktem Daumen begrüßt.

Auf dieser Reise sind wir 3825 km gefahren (und 2316 km „geschwommen“).

Technisches
  • ohne Besonderheiten
Tageskilometer: 234
Route